Braun Silk-epil im Test

Braun Silk-epil – Die Höllenmaschine schindet Eindruck. Ich und ein Epilierer ist gleichzusetzen mit Katzen und eine Badewanne voller Wasser. Dachte ich! Und so blieb ich jahrelang dem lästigen rasieren treu und belächelte jede, die sich dem Horror-Trip unterzog. Nachdem mich das ewige rasieren jedoch zur Weißglut brachte, durchforstete ich unzählige Testberichte, Foren und Tipps zum Thema Epilierer. Was mir immer und immer wieder ins Auge stach waren Worte wie „Hölle“, „Schmerzen“, „Heulen“ und „Rötungen“. Klasse einstieg in dieses Thema, oder? Auf Amazon jedoch las ich das erste Mal von der sogenannten „Rückgabegarantie“, die Braun aktuell am Laufen hat. Also was solls, sollten sich all meine Befürchtungen bestätigen, geht das Teil schlichtweg zurück an den Hersteller!

Aussehen und Verarbeitung
Der Braun Silk-epil ist in einem schlichten weiß mit silber schimmerndem Handgriff. Schlicht, edel und keineswegs verspielt. Oft sah ich Epilierer, die allein beim Anblick durch die Farben Pink oder Schwarz eine Hölle für mich darstellten.

Auf der Vorderseite befindet sich ein silberfarbenes Rädchen, dass zwischen „Stufe 1“ und „Stufe 2“ auswählen lässt. Ein wenig schwerfällig, jedoch läuft man so keine Gefahr, vorallem zu Beginn, auf die höchste Stufe zu schalten. Ein praktisches und wirklich helles LED-Lämpchen befindet sich überhalb des Rades, die Akkuanzeige verbirgt sich schlicht und unauffällig am unteren Ende des Epilierers.

Die Verarbeitung ist meiner Meinung nach sehr gelungen. Die einzelnen Komponenten haben keine scharfen Kanten und auch die mitgelieferten Aufsätze passen wie angegossen. Inwieweit sich der Braun Silk-epil mit der Zeit unter Wasser verhält, vermag ich nicht zu beurteilen. Eindringen kann das Wasser, wenn es unter den beweglichen Aufsatz läuft.

Lieferumfang
Braun schickt, neben dem Epilierer gleich 5 Aufsätze (Rasieraufsatz, Trimmeraufsatz, Epilieraufsatz für das Gesicht, Aufsatz für empfindliche Körperstellen und einen Epilieraufsatz für Nass- und Trockenanwendung), ein 12 V Adapter, ein Aufbewahrungsetui und eine Reinigungsbürste mit. Ebenso gibt es eine Packung Vorbereitungstücher von Olaz dazu.

Anwendung
Die Anwendung ist denkbar einfach. Man setze sich einfach bequem auf den Boden, einen Stuhl o.ä. um die Beine zu epilieren. Wichtig hierbei ist, dass die zu epilierende Haut stets gestrafft ist. Das mindert Schmerzen und lässt den Epilierkopf besser über die Hautpartie führen. Während viele Epilierer einen festen Kopf haben, besitzt der Braun Silk Epil einen schwenkbaren Kopf, der es ermöglicht jede Stelle bequem zu erwischen.

Das epilieren folgt stets gegen die Haarwuchsrichtung, bei mir bspw. muss ich hier und da mehrere Richtungen fahren, um alle Haare zu entfernen. Wer will, der kann vor der Anwendung die Olaz Vorbereitungstücher verwenden oder einfach ein Peeling machen um Hautschüppchen zu entfernen und die Haare freizulegen. Nach jeder Anwendung empfiehlt es sich, die Hautpartie kurz kalt abzubrausen und einzucremen.

Erfahrung Teil I
Die Handhabung ist denkbar einfach, sofern man seinen Schweinehund überwunden hat. Und genau da liegt der Hund begraben. Ich begann mit dem Epilieraufsatz inkl. Massagerollen. Dies rät nicht nur Braun in der Anleitung, sondern auch unzählige User im Internet. Nun gut! Aufgesteckt, Epilierer geladen und los ging es. Ich setzte den Epilierer in Gang und erschrak vom Lärmpegel.

Gut, Musik an und nun aber wirklich los! ich schmiss die Höllenmaschine erneut an und betrachtete die bösen Pinzetten, die kaum erkennbar ihre Runden zogen. In Verbindung mit dem LED Licht ein wirklich grauenvoller Anblick. Kurz bevor ich auf dem Bein ansetzte, zuckte ich zurück und atmete noch einmal tief durch. Ich glaube das ging drei oder vier Mal so, ehe ich endlich die erste Bahn versuchte. All das, was die Mädels und Jungs in unzähligen Berichten äußerten sollten wahr werden. In diesem Moment, wo die Pinzetten meine Haare aus der Haut rissen ging mir nur eines durch den Kopf „Nur sterben ist schöner“. Bei einer Bahn blieb es somit auch, für geschlagene 2 Wochen. Erst dann traute ich mich erneut daran. Ich hatte gelesen, man solle vorher schön duschen. Das öffnet die Poren. Andere sagen, man solle die Stelle mit einem Kühlpad „vereisen“, auch wenn es die Poren wieder schließen würde. Die Vereisung hörte sich vielversprechend an und so saß ich mit lauter Musik, purer Angst im Gesicht und einem Kühlpad auf dem Badezimmerboden und setzte erst an, als ich mein Bein kaum noch spürte 😉

Das Ende vom Lied: Dicke Pusteln, Juckreiz und Unverständnis gegenüber sich selbst. Warum tut man sich sowas an? Ich muss dazu sagen, dass ich dunklen, dicken und vor allem dichten Wuchs an Beinen und Armen habe, sodass beim ersten Marathon wirklich VIEL zum rausziehen ist.

Erfahrung – Teil II
Nachdem die Rötung nach 1 Woche abgeklungen war, setzte ich an den Armen fort. Ich persönlich empfinde es an den Kniekehlen, dem Knie und vor allem am Unterarm am unangenehmsten. Nach der zweiten Behandlung jedoch gewöhnt man sich an den „Schmerz“. „WTF? An Schmerz gewöhnen?“ Ja! Genauso wie die ersten Male das zupfen der Augenbraue kaum auszuhalten war, gewöhnt sich Frau/Mann auch schnell an den Schmerz und nimmt ihn von Zeit zu Zeit immer wieder wahr. Genauso ist es auch mit dem Braun Silk-epil. Probiert man mal neue Stellen (Bikinizone bspw.), wird man natürlich wieder an seine Grenzen stoßen, bis sich die Hautpartie auch dort an den Schmerz gewöhnt hat. Noch dazu kommt, dass der Wuchs unregelmäßiger wird. Das bedeutet, dass jedes Mal weniger Haare auf einmal gezupft werden und somit weniger Schmerz zu ertragen ist.

Habe ich zu Beginn noch eine Stunde für beide Beine benötigt. Sind es mittlerweile nicht einmal mehr 15 Minuten, die ich damit verbringe. In der Regel muss ich alle zwei Wochen ran, damit die Partien Haarfrei sind. Die Haare wachsen bei mir, das erste Mal im Leben, feiner nach und sind somit so gut wie gar nicht zu sehen.

Gründlichkeit
In der Preisklasse erwarten viele, dass der Braun Silk-epil auf einen Schlag alle Haare erwischt. Ich muss jedoch sagen, dass auch der Braun es nicht schafft. Ich muss eine Bahn teilweise 2-3 Mal fahren, um wirklich alle Haare zu erwischen. Beim ersten Mal, wo die Haare noch dicht an dicht und vor allem dick waren, ging es in einem Zug problemlos.

Ich kann nicht meckern, denn man bedenke, dass die Haare ggf auch unterschiedliche Wuchsrichtungen haben können und man somit mehrere Richtungen epilieren muss.

Tipps
Wer den Schmerz beim ersten Mal nicht erträgt, dem rate ich zu Kühlpads. Natürlich wäre auch der Versuch, sich in der heißen Badewanne zu epilieren, erwähnenswert. Da der Braun Silk-epil wasserdicht ist, ist dies eine entspannte Variante. Ich selber bevorzuge jedoch die „Einfriermethode“. Die Olaz Vorbereitungstücher sollen ebenfalls Schmerzlinderung herbeiführen, wovon ich aber absolut nichts gespürt habe.

Nach dem epilieren die Beine mit kaltem Wasser abduschen, mit einem Handtuch abtupfen und beispielsweise Penaten Panthenol-Creme auftragen. Das verhindert die Entstehung von Juckreiz, Pusteln und Austrocknung.

Preis
Bei Amazon habe ich für den Der Wet und Dry Epilierer inkl. nettem Zubehör rund 80 Euro bezahlt. Der Preis war bereits von 160 Euro reduziert und ist somit ein guter Preis für einen wirklich guten Epilierer. Mir war er es wert.

Fazit Braun Silk-epil

Ich habe alle belächelt und bin nun am Ende selber vom epilieren begeistert. Musste ich damals fast täglich zum Rasierer greifen, muss ich nun maximal alle 2 Wochen ran. Egal ob Beine oder Arme, das Hautgefühl ist wirklich angenehm. Natürlich muss man sich überwinden und den Schmerz überstehen. Beim zweiten Mal jedoch ist auch der kein Problem mehr. Die Aufsätze benutze ich sehr selten, da ich mich an die Bikini.Zone und Achseln nicht rantraue. Der Trimmaufsatz jedoch hat einen solch großen Abstand, dass dieser für mich nicht nutzbar ist. Dafür müssten die Haare schon mindestens 2-4cm lang sein, um sie damit zu trimmen.

Mit einer Akkuladung komme ich rund 1,5h aus. Negativ ist, dass man den Epilierer nicht verwenden kann, sobald er am Strom hängt. Eine Ladestation liegt leider nicht bei. Alles in Allem empfehle ich den Epilierer gerne auch an Anfänger weiter. Zwar habe ich keinen Vergleich zu anderen Geräten dieser Art, ich jedoch werde die Rückgabegarantie nicht in Anspruch nehmen.

Bewertung 4 von 5 Anker - secretwriterin.de

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